Imkerei


Imkerei
Im|ke|rei 〈f. 18
I 〈unz.〉 = Bienenzucht
II 〈zählb.〉 Betrieb dafür

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Im|ke|rei, die; -, -en:
1. <o. Pl.> das Züchten und Halten von Honigbienen; Bienenzucht:
die I. ist sein Hobby.
2. Betrieb der Bienenhaltung u. Honigbereitung:
eine I. in der Heide.

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Imkerei
 
[zu Imme und mittelniederdeutsch Kar »Korb«, »Gefäß«], Bienenhaltung, Bienenzucht, Zeidelwesen, Haltung und Zucht der Honigbiene zur Gewinnung von Honig und Wachs. Als Bienenwohnung (Beute, Bienenstock oder auch Bienenhaus) wird heute - im Gegensatz zu dem früheren strohgeflochtenen (Stülper), kuppelförmigen, unten offenen, etwa 45 cm hohen, etwa 30 cm im Durchmesser messenden Bienenkorb (Strohkorb, Strohbeute; bei der Korbimkerei) mit fest eingebauten Waben (Stabilbeute) - der doppelwandige Bienenkasten mit beweglichen Waben verwendet, und zwar als Ständerbeute (mit Hochwaben) oder als Lagerbeute (mit Breit- oder Querwaben). An der Stirnseite befindet sich das Flugloch mit Anflugbrettchen.
 
Das Bienenjahr beginnt bei Außentemperaturen von 7-8 ºC (frühestens im Februar) mit dem Reinigungsflug, wobei die Kotblase nach der Winterzeit erstmals entleert wird. Mit Beginn der ersten Blüte wird der Sammeleifer der Bienen durch Reizfütterung (warme Honig- oder Zuckerlösung), die Bruttätigkeit durch Einhängen leerer Wabenrähmchen angeregt; ab Mai wird die Schwarmtätigkeit kontrolliert. Im Juni/Juli wird der Honig entnommen. Ab August wird die Einwinterung vorbereitet. Zur Einwinterung wird der Brutraum mit einem Sperrbrett auf 5-6 Waben begrenzt, der Futtervorrat auf 7-10 kg (eventuell Zuckerlösung) ergänzt, Beuten und Stand werden abgedichtet. Das Bienenvolk bildet dann im Winter zur besseren Wärmeregulierung eine »Wintertraube«, in der eine Temperatur von 12-15 ºC herrscht.
 
Die Vermehrung der Bienenvölker (pro Volk etwa 40 000 bis 80 000 Tiere, davon rd. 1 000 Drohnen) kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: durch Schwärmen während der Schwarmzeit (Mai bis Juli; Naturschwarm), wobei Vorschwarm (mit der alten Königin), Nachschwarm (mit der jungen Königin) und Jungfernschwarm (Heidschwarm; wenn sich im selben Jahr nochmals vom Vor- oder Nachschwarm ein Schwarm abzweigt) unterschieden werden, oder durch Bildung von Kunstschwärmen außerhalb der Trachtzeiten (Schwarmimkerei; v. a. in Gebieten mit Spättrachten), entweder in Form des Feglings (aus von den Waben mit einer Gänsefeder abgekehrten Bienen) oder als Flugling (nur aus Flugbienen, ohne die Stockbienen). Wird für den Kunstschwarm eine Jungkönigin eingesetzt, so spricht man von Brutableger, bei der Altkönigin von Königinnenableger. Bei der Nachschaffungszucht werden aus Arbeitsbienenlarven durch besondere Pflege und entsprechendes Futter (Gelée royale) künstlich Königinnen erzeugt.
 
Bei den Arbeiten am Bienenstock bedient sich der Imker oft einer besonderen Imkerpfeife (Dathepfeife) zum Rauchabblasen als Schutz vor den Bienen.
 
 
E. Zander: Haltung u. Zucht der Biene, neubearb. v. F. K. Böttcher (121989);
 K. Weiss: Zuchtpraxis des Imkers in Frage u. Antwort (31992);
 F. Ruttner: Zuchttechnik u. Zuchtauslese bei der Biene (71996).

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Im|ke|rei, die; -, -en: 1. <o. Pl.> das Züchten und Halten von Honigbienen; Bienenzucht: die I. ist sein Hobby. 2. Betrieb der Bienenhaltung u. Honigbereitung: eine I. in der Heide.

Universal-Lexikon. 2012.

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